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CLAUS RICHTER

Nichts ist so wie es scheint, nichts ist kalkulierbar, wenn das Reich der Fantasie regiert. Ein Katzengerüst aus rosa Plüsch, das wie ein Tunnel im Raum steht, Standuhren, die von Holzfiguren bewacht werden, ein wackliger Bauklotzturm, ein falsches Fenster, dessen Gardine einen abwechselnd traurig und fröhlich beäugt, Marionetten- und Kasperfiguren – die Installationen von Claus Richter ((*1971, lebt in Köln) sind begehbare Bühnenbilder; Dioramen einer Welt, die nicht entzaubert, sondern zum Leben erweckt werden will. Förmlich hört man das „hereinspaziert, hereinspaziert“ des Entertainers, der Aufmerksamkeit weckt und die Dynamik der Imagination in Gang setzt. Verheißungen und Aufforderungen auf Schildern, Postern und Einladungskarten sind häufig Teil von Richters Arbeiten. Sie preisen magische und mysteriöse Wunder an oder locken ganz konkret mit Erinnerungen an die Spielzeugwelten der Kindheit. Fantasie haucht den Gegenständen ihr Leben und Potential ein, das über gegenwärtige Alltäglichkeiten hinausweist. Verrücktheiten erscheinen hier plausibler und stellen eindimensionale Prinzipien in Frage. Richters Narrationen enthalten jedoch auch stets Hinweise auf die subtilen Abgründe, in denen solche Fantasmen zu funktionalen Mitteln für andere Zwecke gerinnen.

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